«Investment Spotlight» Top 5

Im Laufe des Jahres widmen wir uns in unserem «Investment Insights»-Blog so einigen Themen – von Finanzmärkten über (Geo-)Politik bis zur Nachhaltigkeit – und verschiedensten Ländern – von Amerika bis nach China. Doch was waren die meistgelesenen Beiträge des Jahres? Hier sind Ihre Top 5 «Investment Spotlights» 2021.

 

 

Platz 1: Bereits im Januar fragten wir uns «Was kommt nach Merkel?». Damals notierten CDU/CSU in den Wahlumfragen oberhalb von 30% und der spätere Absturz in der Wählergunst war (noch) nicht absehbar. Doch schon zu Beginn des Jahres war offensichtlich, dass Armin Laschet wohl ein schwächerer Kanzlerkandidat werden würde. Auch dass die Konservativen eine Auffrischung ihres Parteiprogramms nötig hätten, haben wir zu Jahresanfang konstatiert. Spätestens nach der Wahlschlappe im September und dem (wahrscheinlichen) Wechsel in die Oppositionsreihen muss das Profil der Partei(en) nun tatsächlich gründlich erneuert und zukunftsfähig gemacht werden. Das Personalkarussell drehte sich in den letzten Wochen bereits mit hoher Geschwindigkeit und dürfte in den Reihen der Konservativen in den kommenden Monaten neue politische Köpfe zum Vorschein bringen. Auch wenn nach Merkel nun nicht Laschet, Merz oder Söder kommen, halten wir an unserer Aussage aus dem Januar fest: Der Supertanker Deutschland bleibt auf Kurs – auch mit der «Ampel» am Steuer.

 

Platz 2: «Starker Schweizer Franken: Gekommen um zu bleiben» – so lautete unsere Botschaft im März vergangenen Jahres. Damals notierte der EUR/CHF-Kurs auf einem frischen 3-Jahrestief bei 1.055 CHF. Dank Interventionen der Schweizerischen Nationalbank und der schnellen Rückkehr des Risikoappetits an den Finanzmärkten nach dem Corona-Crash ging es für den Euro danach zeitweise spürbar aufwärts. Doch nun – rund 1 ¾ Jahre später – steht der Franken einmal mehr unter Aufwertungsdruck und der Währungskurs befindet sich nahezu exakt an gleicher Stelle wie damals. Zwei Sachen haben sich seitdem aber geändert: Der Franken ist weniger hoch bewertet und die SNB scheint weniger gewillt, sich gegen dessen Stärke zu stemmen. Unsere Meinung lautet daher weiterhin, dass der Franken aufgrund solider Fundamentaldaten, tiefer Inflation und geringer Zinsdifferenzen zum Ausland mittel- bis langfristig stark bleiben dürfte. Beim EUR/CHF-Kurs dürfte die Tendenz also weiter nach unten zeigen.

 

War stark…
…und bleibt stark

Euro vs. Schweizer Franken

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

 

Platz 3: Neben Bullen und Bären haben wir im letzten Jahr auch einen etwas unbekannteren Vertreter aus dem Börsenzoo vorgestellt: die Möwe. Nachdem die Aktienmärkte im Mai 2020 innerhalb kürzester Zeit die Hälfte des Corona-Crashs wieder wettgemacht hatten, schien es opportun sich über Absicherungsstrategien Gedanken zu machen und sich nicht allein auf die Unterstützung der Notenbanken (aka «Fed-Put») zu verlassen. Wer uns damals prognostiziert hätte, dass der S&P 500-Index in den nächsten 18 Monaten nochmals rund 60% zulegen würde, den hätten wir wohl einen unverbesserlichen Optimisten genannt – doch die Geschichte hätte ihm Recht gegeben. Hätte man sich damals mittels der Möwe – einer Kombination der zwei Optionsstrategien Long Put Spread und Short Call – gegen einen erneuten Markteinbruch abgesichert, dann wäre (wie üblich mit Versicherungen) zwar kein Schaden entstanden. Allerdings hätten Anleger zugunsten eines ruhigen Schlafs nicht nur die offensichtlichen Kosten der Strategie tragen müssen. Wie wir im Nachhinein wissen, wären noch erhebliche Opportunitätskosten aufgrund entgangener Kursgewinne hinzugekommen. Doch ob man sich nun auch in jeder noch kommenden Krise allein auf die Notenbanken verlassen sollte, steht auf einem anderen Blatt. Wir würden es jedenfalls nicht empfehlen Absicherungsstrategien aufgrund der Erfahrungen in den letzten zwei Jahren grundsätzlich aus dem Anleger-Repertoire zu streichen.

Seagull, financial market, Seagull spread

 

 

«To the moon»
Der Corona-Crash ist längst vergessen

S&P 500-Index

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

 

Platz 4: Anleger mussten ihr Vokabular dieses Jahr um ein Akronym erweitern: SPAC. Die leeren Hüllen, welche Unternehmen einen schnellen Gang an die Börse ermöglichen, waren zu Jahresbeginn in aller Munde. Wir betrachteten die Situation damals etwas nüchterner – nicht nur weil man mit SPACs die sprichwörtliche Katze im Sack kauft, sondern auch weil das Konstrukt anfällig für Lug und Trug war (und ist). Der weitere Jahresverlauf brachte dann auch einige weitere SPAC-Skandälchen zu Tage. Während Hedgefonds bei einzelnen Deals astronomische Gewinne erzielen konnten, blieb für Privatanleger oftmals eine enttäuschende Rendite. Da ist es nicht verwunderlich, dass das Interesse an den Blankoscheck-Fonds inzwischen merklich nachgelassen hat. Derweil sitzen noch immer Dutzende SPACs auf dem eingesammelten Geld und sind auf der Suche nach einem Übernahmeziel. Ganz aus der Mode sind die leeren Hüllen aber noch nicht: Im November brachte Donald Trump sein soziales Netzwerk «Truth Social» mittels SPAC an die Börse – einmal mehr verlief dies nicht ohne Misstöne.

 

Vorprogrammierte Enttäuschung
SPACs wurden ihrem schlechten Ruf gerecht

SPAC-Index

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

 

Platz 5: Um die Aktienmärkte ging es auch in unserem auf dem fünften Platz platzierten Artikel «Eine Frage der Bewertung». Wir wiesen darauf hin, dass die Bewertung von Aktien im historischen Vergleich sehr hoch war – egal ob gemessen am Buffett-Indikator oder am klassischen Kurs-Gewinn-Verhältnis. Quintessenz des Beitrags war, dass Bewertungen noch nie ein gutes Timing-Tool waren. Und tatsächlich hätte man als Anleger viel von der Rally verpasst, wenn man im April allein aufgrund vermeintlich zu hoher Preise ausgestiegen wäre. Aufgrund von TINA («There is no alternative») könnten die Bäume an den Märkten auch 2022 weiter in den Himmel wachsen. Klar ist jedoch, dass die gute Performance von heute auf Kosten der zukünftigen Rendite gehen wird. Denn der Zusammenhang zwischen Bewertungsniveau und Renditepotential, den wir zuletzt im Frühling aufgezeigt hatten, ist weiterhin gültig.

 

Je länger der Zeithorizont…
…desto relevanter sind Bewertungskennzahlen

Vorausschauendes Kurs-Gewinn-Verhältnis und 10-Jahresrendite S&P 500-Index

Quellen: Bloomberg, Kaiser Partner Privatbank

 

Investment News

 

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