MARKET PULSE: Warum es an der Zeit ist, sich auf ein spätzyklisches Konjunkturumfeld vorzubereiten

Marktübersicht: Handelskrieg vorerst auf Eis, Unsicherheit rund um Brexit nimmt zu

Die Aktienmärkte haben sich im Januar nach einem schwierigen Ende 2018 erholt. Internationale Aktien gewannen über 7 % an Gesamtrenditen hinzu, da die Anleger aufgrund guter Nachrichten über laufende Verhandlungen zur Beilegung des Handelskriegs zwischen den USA und China, einer vorläufigen Vereinbarung zur Beendigung der US-Haushaltssperre und Signalen der US-Notenbank (Fed), dass sie sich mit weiteren Zinserhöhungen Zeit lassen wolle, ihre Rezensionsängste abschütteln konnten.

Auch Anleger in USD-Anleihen profitierten von der gefühlten Zäsur in der Fed-Politik. Die Rohölpreise erholten sich im Laufe des Monats deutlich, begünstigt durch eine Verknappung des Angebots aufgrund Saudi-Arabiens gedrosselter Exporte und der in Kraft getretenen Sanktionen gegen Venezuela.

Das britische Parlament hat das mit der Europäischen Union ausgehandelte Brexit-Abkommen abgelehnt. Dies hat zwar für noch mehr Unsicherheit gesorgt, allerdings wird auch erwartet, dass es nun zu einer Verschiebung des Austrittstermins kommt, damit mehr Zeit für zusätzliche Verhandlungen bleibt. Dennoch bieten solche politischen Unwägbarkeiten weiterhin Anlass zur Sorge, genauso wie die zuletzt veröffentlichten makroökonomischen Daten gemischte Signale zur Zukunftsperspektive der Weltwirtschaft aussenden.


Konjunkturausblick: Die Schwäche des globalen Wachstums wird sich auch in den kommenden Quartalen niederschlagen

Die Weltwirtschaft legt zwar weiter zu, aber im dritten Quartal fiel das Wachstum einiger Volkswirtschaften eher enttäuschend aus. Diese Konjunkturtrübung erfolgte vor dem Hintergrund einer sich abkühlenden Stimmung an den Finanzmärkten, handelspolitischer Unsicherheiten und aufgrund von Sorgen um Chinas Zukunftsperspektive. Dass Zollerhöhungen im Handelsstreit zwischen den USA und China für 90 Tage ausgesetzt werden sollten, war zwar eine willkommene Ankündigung, doch die Möglichkeit eines Wiederaufflammens der Spannungen im Frühjahr wirft einen Schatten auf die globalen Wirtschaftsaussichten.

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird für 2018 ein globales Wachstum von 3,7 Prozent erwartet, aber die Anzeichen einer Eintrübung in der zweiten Jahreshälfte 2018 haben zu nach unten korrigierten Prognosen für mehrere Volkswirtschaften geführt. Die Konjunkturschwäche in der zweiten Jahreshälfte 2018 wird auch in den kommenden Quartalen anhalten, wobei das globale Wachstum 2019 auf 3,5 Prozent zurückgehen und 2020 leicht auf 3,6 Prozent steigen soll.

 

Kaiser Partners Einschätzung: Stellen Sie sich auf ein spätzyklisches Konjunkturumfeld ein

Wir erwarten, dass uns das Jahr 2019 weiteres Wachstum beschert, allerdings auf niedrigerem Niveau. Die Unterstützung durch die Steuer- und Währungspolitik wird stagnieren oder weiter nachlassen. Wir gehen nicht davon aus, dass die Wirtschaft einbricht, da die Zentralbanken beim Festlegen neuer Richtlinien Marktentwicklungen berücksichtigen und bereit zu sein scheinen, den Markt zu stabilisieren. Aus diesem Grund sehen wir in den USA keine bevorstehende Rezession.

Im kommenden Jahr gehen wir von einer anhaltend hohen Volatilität an den Aktien- und Rentenmärkten aus. Die Zinssätze in Europa werden durch das erwartete Aktivwerden der Europäischen Zentralbank (EZB) gegen Ende des Jahres steigen. Zusammenfassend werden wir unser Portfolio weiterhin auf ein spätzyklisches Konjunkturumfeld mit erhöhter Volatilität und Unsicherheiten aufgrund politischer Risiken ausrichten. Nach der letzten Ankündigung der Fed Ende Januar haben wir beschlossen, unsere leicht untergewichteten Aktienpositionen wieder auf eine neutrale Position zu heben.

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